Briefing (Vorwort)
„Kick the tire, light the fire, first one in the air is lead and briefs on Guard!“ – so lautete das Motto von Militärpiloten zu Beginn der Jetfliegerei. Übersetzt lautet der Spruch sinngemäß: „Gegen den Reifen treten, das Triebwerk anlassen, wer als erster in der Luft ist übernimmt die Funktion des Formationsführers und teilt Einzelheiten des Fluges auf der internationalen Notfrequenz mit“. Die beschriebene Vorgehensweise verstößt natürlich gegen die Grundsätze der Flugsicherheit und sollte keine Nachahmer finden. Die Flugvorbesprechung, das sog. Briefing, ist ein wichtiger Baustein einer gründlichen Flugvorbereitung und ist auch bei Alleinflügen als Selfbriefing empfehlenswert. Noch wichtiger ist allerdings die Flugnachbesprechung, das sog. Debriefing. Es dauert in der Regel länger als das Briefing und umfasst sowohl positive, als auch negative Erlebnisse während des vorangegangenen Fluges. Nach pädagogischen Grundsätzen und mit dem Ziel der Wiederholung erhalten gute Leistungen Lob und Anerkennung, während aufgetretene Probleme analysiert werden. Nach Festlegung der Gründe werden Verbesserungsvorschläge erörtert und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zukünftiger Flüge festgelegt. Nur ein störungsfreier Flugbetrieb ist eine feste Grundlage für den intensiven Genuss eines schönen Flugerlebnisses.
Seit einigen Jahren halte ich vor Fluglehrern als Multiplikatoren und Luftsporttreibenden Vorträge (siehe Dienstleistungen) zum Thema Flugsicherheit. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Inhalte einige Luftfahrer zum Nachdenken anregen. Allein die mentale Beschäftigung mit angesprochenen Problemen und Vorschlägen einer Unfallvermeidung führt zur Mitnahme des fiktiven Passagiers „Flugsicherheit“. Leider werden 80 bis 90 % der Unfälle im Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr sowie auch im Luftverkehr vom Menschen verursacht. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit der menschlichen „Software“ – dem Verhalten des Menschen, da hierdurch die größte Anzahl von Flugunfällen verursacht werden. Als langjähriger Fachlehrer für Unfalluntersuchung habe ich feststellen müssen, dass viele Flugunfälle vermeidbar sind, wenn Lehren aus vorangegangenen Unfällen gezogen und umgesetzt worden wären.
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